Wednesday, August 29, 2012

Oh, darling, don't you ever grow up.




Lied des Tages: Nelly Furtado - Childhood Dreams
Wort des Tages: Nur wer erwachsen wird und Kind bliebt ist ein Mensch. -Erich Kästner


Liebe Leser,

Es war einmal vor langer, langer Zeit eine Welt. In dieser Welt ließen sich alle Schwierigkeiten mit einem großen Himbeereisbecher mit Sahne und Streuseln lösen. In dieser Welt spiegelte sich trotz allem Regen immer die Sonne in kugelrunden, lustigen Seifenblasen und sollte eine von ihnen platzen so floss ein ganzer Wasserfall an Tränen, der jedoch genau so schnell wieder versiegen konnte wie er gekommen war. Es war eine Welt in der man mit Mama stundenlang am Küchentisch saß, um sich von ihr mit Geduld erklären zu lassen, wie schriftliches  Dividieren funktioniert. In dieser Welt konnte man bereits einen Monat vor seinem Geburtstag nicht ordentlich schlafen und überlegte fünfmal hin-und her, welche Freundinnen man einladen würde und welche momentan nicht zum Kreise der Auserwählten gehörten. Man spürte, wann Weihnachten vor der Tür stand und jubelte, wenn es galt, das erste Türchen zu öffnen. Man baute architektonische Meisterwerke aus Murmelbahnteilen oder Autobahnen, man kümmerte sich mütterlich um das eigene Kind und wischte ihm, wenn nötig das Zelluoidgesicht ab, wenn es weinte oder schalt es, wenn es verweigerte zu schlafen.
Diese Welt brach oft mit rasanter Geschwindigkeit in sich zusammen, doch auf wundersame Weise baute sie sich wie von selbst genau so schnell wieder auf. Eines Tages aber verblasste sie und schien unseren Händen zu entgleiten. Wir merkten, wie wertvoll sie war und dass wir sie nicht festhalten konnten, machte uns traurig. Oder wir merkten es nicht.

Ich, liebe Leser, merke es aber und es macht mich sehr traurig; nicht unglücklich, aber eben traurig. Ich denke, ihr wisst, worum es sich handelt; natürlich um die Kindheit und oft denke ich, wie einfach doch als Kind alles war und im nächsten Moment rufe ich mir ins Gedächtnis, dass das so wahrscheinlich nicht stimmt. Auch als Kinder haben wir eine Menge Probleme. Sie kommen uns bloß im Gegensatz zu denen, die wir heute haben, kleiner und leichter lösbar vor. Wieso schreibe ich über Kindheit? Ist doch Vergangenheit, aber ich möchte darüber schreiben, denn, was ich mich wirklich frage ist, wann es passiert! Wann fangen wir an, keinen Spaß mehr daran zu haben, Puppen anzuziehen oder stundenlang an einer Murmelbahn zu bauen? Oder besser gesagt: Warum passiert das? Es hat uns doch so viel Spaß gemacht und uns erfüllt und auf einmal lächeln wir nur noch altklug über kleine Mädchen in pinken Kleidchen. Manchmal finde ich das sehr schade, dass das einfach so zu ende geht und wir zu Weihnachten auf einmal den ganzen Stress mitkriegen, anstatt den Zauber, der Weihnachten umgibt, zu spüren...Das möchte ich mir erhalten. Auf das mit den Puppen kann ich hinweg sehen, aber es ist ja eben nicht nur das, das vergeht. Ich möchte mich auch richtig, wie damals mit fünf Jahren auf meinen Geburtstag freuen, stattdessen zähle ich beinahe mit Grauen die Tage bis zu meinem Achtzehnten. Ich wünsche mir manchmal die Tage zurück, in denen Mama mir vorschrieb, wie viele Hapse ich noch von meinem Müsli zu essen habe -einen für die Omi, einen für die Tanten, einen für die Schwestern,...Und ich will wieder vor Freude jubeln wie damals, als Mama erlaubte, dass ich bei einer Freundin übernachten durfte. Mensch, war das immer aufregend und was es alles zu spielen und zu entdecken und zu verkleiden galt! Bitte versteht es nicht falsch! Natürlich freue ich mich auch jetzt noch riesig, wenn ich mit einer Freundin ins Kino gehe oder wir etwas zusammen unternehmen und es bedeutet mir sehr viel, solch gute Freundinnen zu haben, aber das Verabreden, wenn man älter ist, ist eben "normal" und wir dürfen es ja sowieso ohne große Erlaubnis und um Weihnachten und Geburtstage machen wir keinen Stress mehr, weil wir eh wissen, dass sie nächstes Jahr wiederkommen und ich sage euch jetzt, liebe Leser, dass ich im Rahmen meines Lebensumgestaltungsplans, das alles wieder aufnehmen will! Jedes Weihnachten ist für sich besonders und wird 2013 nicht so sein wie 2012 und man wird nur einmal 18! Ich weiß gar nicht, ob dieser Text jetzt eine Kernaussage hatte. :D Aber ich hatte das Bedürfnis über Kindheit zu schreiben, denn ich habe meine als sehr gut (bis auf manche unschöne Situationen...*hust*) in Erinnerung und möchte sie nicht einfach so vergessen oder als irgendeinen Lebensabschnitt abtun. Ich brauche eben manchmal Disneyfilme, basteln, Seifenblasen, Träume, Wunschlisten und natürlich den Zauber, den jede Jahreszeit und jeden Geburtstag und jedes Weihnachten umgibt. Tinkerbell, Peter Pan, Tom und Jerry, Alice im Wunderland, die Kinder von Bullerbü, der Wind in den Weiden und Schäfchen zählen sowie Heiße Milch mit Honig. Ich denke nicht, dass es gut ist, alldem nachzutrauern, aber ein bisschen will ich mir davon für immer erhalten.

Lange Rede, kurzer Sinn. Zu heute noch: Es ist megaheiß und im Prinzip ist das eine dumme Aussage, denn die Temperatur ist ja fast immer dieselbe, aber  gerade deswegen bekommt man es eben mit, wenn es 33 oder 35 Grad sind. Ich werde jetzt Kuchen essen gehen und mich dabei mit Goethes Faust beschäftigen und mit Französisch und mit allem, was sich noch so in meinem Kalender findet. Ich habe heute nach der Schule einen großen - naja, Frühjahrsputz kann man es nicht nennen, aber es war so etwas in der Richtung - gemacht, denn ich habe inzwischen so viel Zeug, dass ich ein Paket nach Deutschland vorschicken will und laut Rike dauert das an die 3 bis 4 Monate und deswegen beginne ich am besten schon mal. ;)

Genießt die Ferien und lebt als gäbe es kein morgen,
eure Sarah

(Source: tumblr)

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Hallo, ich bin Sarah, komme aus Leipzig und teile hier einen Teil meiner Erfahrungen, die ich während meines Auslandsaufenthaltes in Kuala Lumpur mache. Ich mag es zu reisen egal wohin; mein liebstes Ferienziel ist die Ostsee. bin ich gerade mal nicht unterwegs beschäftige ich mich viel mit kunst, der mode und dem zeichnen.

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